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2018-05-15

Törn 08-2018-16 Rotterdam, 14. – 21. April 2018

Törn 08-2018-16 Rotterdam mit der Rolling Swiss II vom 14. – 21. April 2018

Samstag
Vom Vorabend wusste ich, in welch romantischen Stadthafen von Rotterdam die Rolling Swiss lag und auf die neue Crew wartete. So packte ich am Samstagmorgen das Seegepäck und machte mich zum Hafen auf. Doch wenige Meter vor dem Hafen, standen mehrere Polizeiwagen und  zwei Krankenwagen. Die Absperrungen liessen nichts Gutes ahnen. Wie sich herausstellte, war der Hafenmeister beim morgentlichen Spaziergang einem Herzinfarkt erlegen. Mit dieser traurigen Nachricht ging ich an Bord und traf dort die neue Crew mit Skipper Björn, Reto und Alexander.
Nach kurzer Absprache ging es los zur Markthalle für den ersten Einkauf. Das dort nur die besten Zutaten in Frage kommen, war doch klar. Bester holländische Käse, Wurst und weitere Delikatessen. Verhungern auf dem Schiff war diese Woche definitiv nicht angesagt.
Zurück auf dem Schiff ging es nach den ersten Anweisungen bereits los, in Richtung Nordsee. Wir verliessen den Hafen Rotterdam und machen uns auf den Weg nach Schevendingen. Der Wetterbericht verhiess für die nächsten Tage ruhiges Seewetter und leichte Bewölkung. Das Hoch Norbert soll uns eine Traumwoche mit Temperaturen über 22°C bescheren.
Nach ruhiger Fahrt erreichen wir Schevendingen, wo nach dem erfolgreichen Hafenmanöver der erste Ankertrunk auf uns wartete. Den Abend liessen wir in einem gut besetzten Fischrestaurant mit Fisch und Wein ausklingen.   
 
Sonntag
Die Gezeitentabelle forderte uns, dass wir uns bereits frühmorgens um 07.00 Uhr auf den Weg machten, einen langen Schlag abzufahren. Mit der Hilfe von 2 kn Strömung konnten wir nach 8 Stunden und über 60 sm die Hafenstadt Vlissingen anlaufen.
Eine nette Hafenstadt aber nicht mit sonderlichem Charme ausgestattet. Den Abend genossen wir im Hafenrestaurant, das vom Brückenmeister persönlich betrieben wird. Der Fisch und die Frites waren vorzüglich. Der anschliessende Whiskey-Trunk liess uns den langen Tag Revue passieren.
 
Montag
Bei leichtem Regenschauer und frischem Wind, verliessen wir durch die schmale Hafenausfahrt den Ort Vlissingen. Bereits kurz darauf besserte sich das Wetter und die Sonne begleitet uns auf dem Weg nach Zierikzee. Nach vier Stunden Fahrt begrüsste uns an der Hafeneinfahrt eine holländische Windmühle. Nach einem kurzen Anlegemanöver ging es auf Erkundungstour durch das nette Städtchen mit Gassen und Fachbauwerken. Der Einkauf von alkoholischen Getränken gestaltete sich schwieriger als gedacht. So mussten wir den Wein im Restaurant trinken, zu Hummersuppe und vortrefflichen Fisch. Zum Nachttrunk auf dem Schiff fanden sich doch noch ein paar alkoholische Tropfen, wenn auch aus kleinen Flaschen.
 
Dienstag
Wunderbares Wetter, ruhige See, wir sind unterwegs nach Marina Port Zélande. Bei sommerlichen Temperaturen fahren wir durch die Schleuse und machen anschliessend ein klassisches Ankermanöver.
Nach dem Ankommen in der schönen Marina werden wir vom lokalen Linsen Yacht Vertreter zu einer Besichtigung eingeladen. In seiner neuen Showhalle mit rund einem duzend Linsen Yachten geniessen wir die Abwechslung zu unserem Schiffsalltag. Das Abendessen wurde vom Skipper Björn aufgetischt: die «Gschwellti» mit holländischem Käse schmeckten vorzüglich. Für einmal kein Fisch auf dem Teller ;-)
Ein Abendspaziergang bei Sonnenuntergang an die Dünen der Nordseeküste rundete diesen herrlichen Tag ab.
 
Mittwoch
Der Wunsch nach praktischem Manöver mit der Rolling Swiss wurde vom Skipper wörtlich genommen, Mit An- und Anlegemanöver sowie einem Rückwärtsfahren-Slalomkurs durch die halbe Nordsee mussten wir unsere Fitness am Gashebel zeigen. Vorwärts geradeaus ist definitiv eine leichtere Übung als Rückwärtsfahren.
Bei sommerlichen Bedingungen mit 24 Grad Celsius legten wir die Strecke mit drei Schleusen und ordentlichem Rheinschiffs-Verkehr nach Wilemstad zurück. Da wir praktisch direkt vor dem Restaurant anlegen konnten, lag es nahe, dass wir das wunderbare Menu mit Hummersuppe, Fisch und Dessert natürlich im Restaurant Het Wapen van Willemstad geniessen konnten.
Wir sind definitiv auf der kulinarischen Reise angekommen.
 
Donnerstag
Am Morgen ging es zeitig weiter die Maas bzw. den Rhein hoch. Ziel ist Dordrecht, eine alte Handelsstadt mit einem schönen Hafen. Nach dem wir angelegt hatten, stellte der Hafenmeister fest, dass die Rolling Swiss noch nie in diesem Hafen angelegt hatte. Dies animierte Reto sogleich ein Bad im Hafenwasser zu nehmen. Gefühlte 15° C Wassertemperatur sowie dunkelbraunes Wasser waren angesagt. Nach einem schönen Hafentrunk ging wir einer Empfehlung nach und fanden das wunderbare Restaurant Des Droppers, ausgestattet mit einer stattlichen Anzahl Gault Millaud Punkte an der Haustür. Dass das Menu grossartig war, muss hier unbedingt vermerkt werden.
 
Freitag
Damit wir zeitig in Rotterdam anlegen können, ging es bereits um 08.00 Uhr los Richtung Rotterdam. Zusammen mit den grossen Pötten, kamen wir der grossen Hafenstadt immer näher. Als wir im Stadthafen an der Tankstelle anlegten, und vis-à-vis die Yacht von Christina Onassis lag, wussten wir, dass wir hier keinen billigen Diesel bekommen. Doch die Menge und der Preis lagen im erwarteten Ausmass.
Am Nachmittag ging es zum Reinigen des Schiffes. Innen und Aussen, bis alles tadellos aussah. Nachdem wir Alex verabschiedet hatten, beendete die restliche Crew die kulinarische Reisewoche mit einem marokkanischen Menu.    
 
Samstag
Pünktliche Übergabe der Rolling Swiss an die neue Crew. Anschliessend nahmen wir den Zug zum Flughafen Shipol, wo wir uns von dieser tollen Woche auf See verabschiedeten.
 
 
 
Thomas Heimann, 13.05.2018


Admin - 13:31:49 @ Törns 2018 | Kommentar hinzufügen